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Alt Guthendorf

1210 wird "Guthendorp" erstmals erwähnt. Am 13.01.1371 verpfändete Herzog Albert von Mecklenburg die "Städte und Schlösser Marlow und Sülze" sowie 23 andere Orte an den Bischof von Schwerin. In dieser Urkunde wird neben "Guthendorpe " (Alt Guthendorf) und "Nigen Guthendorpe " (Neu Guthendorf) nun auch ... "Brunestorpe " genannt. (Hier sieht man die unterschiedliche Schreibweise ... dorf und ... torf. Die Endung "Torf" hat nichts mit dem Torfstechen zu tun, wie manchmal behauptet wird (wie auch bei Allerstorf), sondern rührt wohl von der unterschiedlichen Sprechweise der einzelnen deutschen Siedler her). Im Jahr 1576 werden die Junker Curt und Joachim von Zeppelin als Besitzer des Dorfes Alt Guthendorf genannt. (Der Luftschiffbauer Zeppelin ist verwandt mit den mecklenburgischen Zeppelins auch Zepelin oder Sepelin geschrieben.) Vor 1794 war ein "Herr von Hoben" Besitzer beider Dörfer.

1794 kaufte Christian Ernst Friedrich von Vogelsang die Dörfer Alt- und Neu Guthendorf. Im Jahr 1821 stirbt Christian Ernst Friedrich von Vogelsang, er war eine führende Persönlichkeit in der mecklenburgischen Ritterschaft. Er stand dem Ritterschaftlichen Amt im Nord-Osten Mecklenburgs vor. In dieser Eigenschaft musste er 1813 den großen Vormarsch der napoleonischen Truppen gegen Rußland mit organisieren. Das heißt, er war dafür verantwortlich, einen größeren Truppenteil samt Nachschub und allem Sonstigen einen Tagesmarsch - etwa 50 km weiter - zu befördern. Dazu musste er fast sämtliche Gespanne und Wagen aus dem Ritterschaftlichen Amt zusammenziehen. Bekannt ist in Marlow eine Geschichte um das Grab des Christian Ernst Friedrich von Vogelsang. Wie schon erwähnt starb v. Vogelsang 1821. Er wurde auf dem Friedhof bei der Marlower Kirche beigesetzt. Sein Grab bedeckte eine Grabplatte von ca. 1,00 m x 1,50 m mit einer recht umfangreichen Inschrift. Es soll verfügt worden sein, dass die Grabplatte 100 Jahre nicht aufgenommen werden darf, was auch wohl geschah, denn als man um 1840 und noch einmal am Ende des 19. Jahrhunderts alle ehemaligen Gräber einebnete und die Steine entfernte, blieb seine Grabplatte erhalten. Noch bis in die Mitte der 1980er Jahre stand sie außen an der Südwand der Kirche. Da Christian Ernst Friedrich von Vogelsang seinerzeit ohne Erben verstarb, vermutete man in seinem Grab einen Schatz.

Nach dem Tode von Christian Ernst Friedrich von Vogelsang fiel das Gut an seinen Bruder Oberstleutnant Gustav Casimir Hardenatz von Vogelsang, verstorben 1848, dessen zwei Söhne erbten je ein Dorf. In der Marlower Schulordnung 1855 heißt es: "Zur Schulgemeinde gehören sämtliche Bewohner der Stadt Marlow, sowie die Bewohner des ritterschaftlichen Gutes Guthendorf ...".

Mit der Anlage der neuen Eisenbahnstrecke Sanitz - Tribsees 1895 (erster fahrplanmäßiger Zug am 16.11.1895), entstanden gleichzeitig auch etliche Feldbahnen, die von entfernteren Orten zu den Bahnhöfen führten. Eine dieser Feldbahnen begann in Alt Guthendorf und lief dann über Brunstorf und Wöpkendorf zum Bahnhof Dettmannsdorf-Kölzow. Bei den vielen Versuchen, die die Stadtverwaltung Marlow unternahm, um einen direkten Bahnanschluß für die Stadt zu bekommen, dachte man auch darüber nach, diese Feldbahn zu verlängern und dann mit einem kleinen Personenzug zu befahren.

Entdecken Sie in diesem Ortsteil das wunderschöne Gutshaus, eingebettet in ein typisch mecklenburgisches Dorfensemble aus Stallungen, Tagelöhnerkaten und dörflicher Abgeschiedenheit. 

Gutshaus OT Alt Guthendorf

Auch Alt Guthendorf ist heute ein Ortsteil der Stadt Marlow.

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